2014-09-24 | RIESA
2014-09-25 | HAMBURG
2014-09-26 | LEIPZIG
2014-09-27 | ROSTOCK
2014-09-28 | ZITTAU

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CHINA-TOUR 2011 | DIARY deutsch/german

 

2011/10/29 | Nanjing | 61 House
2011/10/30 | Hefei | 在路上酒吧 On the Way
2011/10/31 | Off-Day

2011/11/01 | Shenzhen | Hong Tang Guan Club
2011/11/02 | HongKong | Hidden Agenda
2011/11/03 | Guangzhou | 191
2011/11/04 | Hezhou | 行者Live
2011/11/05 | Nanning | King of Live
2011/11/06 | Guilin | 朗聚吧 Langju Bar
2011/11/07 | Off-Day

2011/11/09 | Kunming | 老窝 Laowo
2011/11/11 | Chongqing | 坚果 Jianguo
2011/11/12 | Chengdu | 小酒馆 Little Bar
2011/11/13 | Off-Day
2011/11/15 | Xi`an | 光圈 Guangquan
2011/11/17 | Wuhan | VOX/Folks Hand

2011/11/18 | Wuhan | Hellfire-Club
2011/11/19 | Zhengzhou | 7 Live
2011/11/20 | Beijing | MAO Livehouse



 

 

2011/10/29 | Nanjing | 61 House | Wir sind Freitag 9 Uhr in Riesa verduftet und 20 h später in Shanghai gelandet. Hier haben wir Jing, auch Anita genannt, getroffen. Dann ging's gleich weiter nach Nanjing im "Superfast-Train" mit 300 km/h. Dass diese Strecke von einem Riesencrash mit vielen Toten betroffenen war, erfuhren wir erst später. Im Hotel eingecheckt - die Dusche hat 'ne Tür, das Klo dafür nicht ;-) Maik kann Rohnny beim scheißen zugucken. Ab in den 61-Club und eine solide erste Show gespielt. Reserven waren noch da, aber eben nicht mehr zu aktivieren nach 30 Stunden ohne Schlaf.



 

2011/10/30 | Hefei | 在路上酒吧 On the Way | Mittlerweile ist Mitternacht vorbei und nach einem Nachtmahl geht’s ab in die Kiste - 9 h geschlafen. Dann mit dem Zug nach Hefei. Während wir auf den Bus warten, wird die gegenüberliegende Bushaltestelle zum Kotz-Theater aussteigender Bauarbeiter und schwangerer Frauen. Unklar blieb, ob alle an derselben Raststätte gehalten haben oder der Busfahrer keine Bremse kannte ;-) Soundcheck, Schlafplatz eine Treppe höher und kurzer Rundgang im Viertel.

"Vorband" ist heute der Film "Noise and Resistance". Geile SS20-Show mit sehr guter Resonanz. Danach Essen auf der Strasse und ab in einen anderen Punkclub. Hier gab's Gesellschaftsspiele mit Körperkontakt und einen Cocktail-Grundkurs für die Barcrew :-)



 

‎2011/10/31 | Off-Day | Endlich mal wieder richtig ausgeschlafen und 'ne Runde um den Block gedreht. Da die 19-stündige Zugfahrt erst gegen 21 Uhr losgeht, machen wir noch einen auf Provinzkultur und besuchen das örtliche Heimatmuseum. Hier können wir für 20 chinesische Taler im Schnelldurchlauf die Provinz Anhui kennenlernen und sehen, was einer tourenden Band verborgen bleibt. Zum Abschluss werden wir vom chinesischen Staatsfernsehen angesprochen, um kostümiert den Einstieg in die wöchentliche Kulturrundschau zu moderieren.

Nachdem wir im Nahkampf mit den anderen Zuggästen unsere Betten ergattert haben, ging`s umgehend ins Bordrestaurant, welches 22 Uhr offiziell geschlossen wurde. Nach Zubettgehen des Chef-Bedieners wird der Tresen zu unserer großen Freude wieder geöffnet :-) Gute Nacht!



 

2011/‎11/01 Shenzhen | Hong Tang Guan Club | Die Ankunft in Shenzhen verlief unspektakulär. Gefühlte 30 Grad im Schatten und der Drang, sofort die kurzen Hosen auszupacken. Angekommen im Club gibt es einen freundlichen Empfang und Kaffee für alle. Anschließend ca. 1,5 h Soundcheck. Dem Soundmann steht die Angst auf der Stirn, wir könnten die Soundcheck-Zeit von The Ocean toppen, aber dazu fehlte uns die Puste. Dann spaziert einer im The 4 SIVITS-Shirt in den Saal und es stellt sich heraus, dass Vincent gekommen ist. Vincent aus Guangzhou, der vor vier Jahren die SIVITS in Empfang genommen hat. Grosses Hallo und Austausch von Zärtlichkeiten. Später dann eine wild tanzende Crowd vor der Bühne. Heute schlafen wir bei Chloe, einer guten Freundin, mit vorzüglichen Kontakten nach Leipzig.

 


 

2011/‎11/02 | Hong-Kong | Hidden Agenda | Wir haben super geschlafen bis auf kurze Mückenjagdeinsätze. Um 7 Uhr klingelt der Wecker und alle müssen aufstehen. Warum, weiß keiner so richtig. Wir verbringen zwei Stunden mit Frühstück und machen uns dann auf nach Hong-Kong. An der Grenze treffen wir unseren Kumpel Mai Dian von FANZUI XIANGFA. Der ist auf dem Weg zu einer Diskussionsveranstaltung in Hong-Kong über Freiräume. Wir kaupeln ihm 100 SS20 Tour-CDs gegen eine Kopie vom Film "Noise and Resistance" ab, den er auf der Veranstaltung zeigen wird.
In HK suchen und finden wir die Location, anschließend stürzen wir uns ins Business-Getümmel. Wir sind schnell genervt, gehen lieber essen und besuchen den Ladys Markt. Keine Ahnung warum das Ding so heißt. Es gab keine erhöhte Frauenquote, keine Frauenkleider und auch keine verbotenen Früchte. Zurück im Club heißt es Soundcheck und es wird die Frage gestellt, ob wir 'nen Live-Mitschnitt haben wollen - Video und Audio. Wer sagt da Nein? Vor der Bühne sieht es heute dünn besiedelt aus, aber die Wenigen geben alles. Nach der Show eine halbe Stunde Fußmarsch und gleich wieder ab nach Shenzhen in unsere schnuckelige Bude bei Chloe.



 

2011/11/03Guangzhou | 191 | Der Tagesablauf war heute nicht ideal geplant. Wir kamen erst spät zum Bus und dann noch viel Verkehr und Stau. Ankunft in Guangzhou somit erst halb Neun. Wir haben heute noch Chloe mit der Video-Cam dabei. Begrüßt werden wir vor der Location von einer Chinesin, die noch einen Kopf größer als Rohnny ist. Wir bekommen Respekt und wollen ganz artig sein, nämlich so wie das Publikum heute. Die meisten sitzen fein am Tisch - "Jazz-Club-Feeling". Nach dem ersten Drittel zerdrischt Rico die Bass-Drum. Die aufkommende Befürchtung, es könnte damit heute nur ein 15-minütiges Set werden, währt aber nur kurz, denn Ersatz steht etwas eingestaubt in der Ecke. Vor dem Umbau, dann noch eine Belehrung vom Techniker, wie die Fußmaschine einzusetzen sei. Rico nickt wohlerzogen. Die Audienz ist heute sehr international, mit starker "Armenien-Fraktion". Wir bekommen nach der Show einen Livemitschnitt vom letzten Jahr, eine große Überraschung. Am Merch-Stand gibt es dann eine unvorbereitete Jägermeister-Promo-Aktion. Die lokale HC-Prominenz sowie Maik und Rohnny waren sich für keinen Drink zu schade, um im Anschluss die begehrte Jägermeister-Ganzkörper-Ausstattung zu ergattern ;-)
Gegen Mitternacht Einchecken im Hotel und als erstes den Gepäck-Trolley repariert. Gut, dass Chinas Hotelzimmer auch dafür etwas "hergeben". Dann wollen alle in die Kiste. Gegen 2 Uhr nachts trifft Rico am Club auf Rohnny und Maik. Der Eine auf der Suche nach seinen Kamera-Akkus und die anderen Beiden auf der Suche nach Bier. Also auf den Blumenkasten vor der Lokalität gesetzt und während des Genusses von ein paar Hülsen über Jugendsünden geplaudert. Nach mehr oder weniger kurzem bzw. gar keinem Schlaf ging's ab zum Bus. Vorher wird noch eingekehrt in einer muslimischen Imbe, um den Hunger zu stillen. Leider rannte Anita eine Maus über die Füße, so dass wir aus Respekt lieber doch nebenan die Speisekarte probierten. Hier gab’s Nudeln gepulvert. Roch verdächtig nach Fischfutter, deshalb auch hier nur 'ne kurze Rast...

 


 

2011/‎11/04 | Hezhou | 行者Live | Wir sind vier Stunden nach Hezhou im Bus unterwegs. Nach der Ankunft werden Instrumente und Merch im Club abgestellt und ab ins Hotel für eine Knack-Lesson von Rohnny und Maik für Anita. Sie verliert immer, ist aber trotzdem glücklich. Rohnny geht shoppen und der Rest macht Soundcheck. Wir schwelgen in Erinnerung an die geile Show vom letzten Jahr. Dieses Jahr nicht ganz so viele Leute, aber trotzdem "killing". Fast alle wollen heute zeitig schlafen und der unwillige kleine Rest wird einfach ins Taxi gepresst.



 

2011/‎11/05 | Nanning | King of Live | Früh um sechs klingelt der Wecker. Katzenwäsche in der Klodusche und eingequetscht ging´s ab zum Bahnhof in den Autos vom Clubchef und seinem Kumpel. Ein drittes "Kumpel-Auto" kam zu spät. Der Suff vom Vorabend hatte dessen Pünktlichkeit verhindert. 8 Stunden Hardseat. Nur wer das mal mitgemacht hat, weiß, was es bedeutet … in Deutschland hat es wahrscheinlich ein Paket von DHL bequemer. Es ist halb fünf und wir kommen in Nanning an. Laut Anitas Info gleich um die Ecke von Vietnam. Auf Wunsch von Maik heute kein Taxi, sondern Tuk-Tuk-Motorradkutsche. Geil! Hotelzimmer bezogen, Kaffee aufgebrüht, für die Show fertiggemacht. Die Location ist in einer Art Kunstviertel. Rico wird heute in einer Drum-Glas-Box spielen in der Ecke hinter den Boxen. Es stellte sich später zusätzlich als Brutkasten und Sound-Folterkammer heraus. Heute endlich mal eine Vorband, aber mit viel zu kurzem Set. Es ist gut gefüllt und die Leute gehen vom ersten Song an ab. Eine gute Show und ein großartiges Publikum. Aftershow dann ein Meeting mit den Organisatoren in einem lauten Freiluft-Restaurant. Es ist so laut, dass wir sogar den Sitznachbarn anschreien mussten, dass er uns versteht. Die Org-Crew wird immer größer und fordert irgendwann deutsche Trinkspiele. Da dies nicht unser üblicher Spielplatz ist, hatten wir nur eins zu bieten: "Münze ins Glas". Die Chinesen sind nicht zu bremsen. Nur gut, dass das Bier dünn ist. Irgendwann wollen sie, dass wir auch was Neuerlerntes mit nach Hause nehmen. Rohnny opferte sich. Was man wirklich machen muss, blieb uns allen unklar, es hat aber etwas von Schere, Stein, Papier. Rohnny gewinnt trotzdem und bringt seinen Gegner zum Erbrechen ;-)



 

2011/‎11/06 | Guilin | 朗聚吧 Langju Bar | Heute wieder zeitig aufstehen. 7:15 Uhr werden wir geduscht und mit sauberen Sachen vom lokalen Org-Team erwartet. Sogar Rohnnys "Sparring-Partner" von letzter Nacht hat es geschafft. Es gibt noch mal Schulterklopfen für die geile Show, es sei wohl die Beste dieses Jahr gewesen. Wir freuen uns und stürzen uns gut gelaunt in den neuen Tag. Am Bahnhof 5-facher Sicherheitscheck. Wer gestern dachte, es gibt keine niedrigere Sitzklasse, wurde heute enttäuscht. Aber wir überstehen es, sind ja nur fünf Stunden. In Guilin holt uns Liu Liu ab, der Sänger von FANZUI XIANGFA. Es werden drei schöne Tage. In seiner Butze angekommen, die Pennplätze inspiziert und Futter made by Liu Liu. Großartig! Im Anschluss ein kleiner Stadtbummel und ab zum Soundcheck. Heute kein Glaskasten für Rico, dafür In-Ear-Monitoring - dann doch lieber gleich ohne. Auf dem Line-Up stehen noch die lokale Punk-Kapelle unseres örtlichen Herbergsvaters und eine Postpunk-Band. Sehr erfrischend! Unser Set ist solide, nur die Erschöpfung der letzten Tage liegt uns in den Knochen und erfordert immer mal eine kurze Pause zwischen den Songs. Im Anschluss fix zusammengepackt und den Geburtstag unserer Tourbegleiterin Anita vorbereitet. Um Mitternacht dann Geburtstagstorte mit Kerzen und ein kleiner Chor intoniert ein Geburtstagslied. Der Grossteil will heute zeitig in die Kiste und bricht mit Liu Liu's russischer Freundin Sascha ins Nachtlager auf. Anita und Rico wollen noch in Liu Liu's Bar einen heben ...



 

2011/‎11/07 | Off-Day | Am nächsten Tag klingelt endlich mal kein Wecker. Um 12 Uhr kommen wir los Richtung Yangshuo, Asiens Kletter- und Naturparadies. Kurzfristig gibt´s eine Show in der lokalen Reggae-Bar. Aber vorher Sightseeing und Floßfahrt. Pünktlich beim Betreten des Floßes hört es auf zu regnen. Der Wettergott liebt uns. Auf dem Weg zur Bar noch gemütlich über die Touristenpromenade geschlendert und dem Konsum gefrönt. Im Club dann eine Inspektion der Backline. Die Gitarren gehen heute direkt in die PA. Für Rico steht ein Kinderschlagzeug da und für Madelaine ein Basscombo, der nur noch vom Kunstlederbezug zusammengehalten wird, sich aber trotzdem gut als Rutsch-Stopper fürs Drum eignet. Das Schlagzeug wird dank Liu Liu's Connection noch getauscht. Die Bar ist gleichzeitig die Bühne. Auf Wunsch der Chefin nur ein kurzes Set. Offensichtlich kennt sie schon die strapazierten Nerven der Nachbarn. Wir haben mit technischen Problemen der PA zu kämpfen, aber es gelingt uns trotz allem, das zahlreiche Publikum zu begeistern und ausreichend die Freisitze der anliegenden Restaurants zu beschallen. Die Aftershow-Party wird deftig, Tanzbeine werden geschwungen. Das Dünnbier fließt in Strömen. Der Renner ist ein Schwarzbier mit Kakao- und Kaffeegeschmack. Irgendwann in der Frühe geht es ins Hostel ...

 


 

2011/‎11/09 | Kunming | 老窝 Laowo | Früh mit Kopfweh und Magenschmerzen aufgewacht, zurück nach Guilin und von dort aus nach scharfen Nudeln mit Spritzringgebäck in den Zug Richtung Kunming. 19 Stunden später wartet unsere Tour-Fee vom letzten Jahr, May, mit einem Ford Transit auf uns und bringt uns in die Wohnung von Pinki, einer weiteren guten Freundin. Pinki´s Mama serviert Nudeln in angenehmer Atmosphäre mit Tee und Kaffee. Nur entsteht bei allen die Ahnung, dass wir in einem Eispalast schlafen werden – es war in der Wohnung mindestens 5 Grad kälter als draußen und dort war es für lokale Verhältnisse schon ungewöhnlich „kühl“. Nachmittags dann an den grünen See geschlendert und versucht, mit zwei Booten Schiffe versenken zu spielen. Nachdem dies nicht gelungen ist, versucht Rico wenigstens das gegnerische Boot am Brückengeländer festzuketten. Nach dem Fight gehen wir in den Club. Ziemlich große Halle, erreichbar durch ein Nudelrestaurant und mit eigenem französischen Pizza-Gourmet-Koch. Die Bude füllt sich gut für einen Mittwoch, so das Statement der Einheimischen. Der Mob ist auch in Tanzlaune und verlangt Zugaben und Ausziehen. Auch hier verkaufen wir wieder mal ein Vinyl, damit sind die Erwartungen schon übertroffen. Die Aftershow wird heute exzessiv, aber eher durch das "Begleitpersonal". Pinki, May und Anita zeigen uns heute, wo die chinesische Messlatte liegen kann.



 

2011/11/11Chongqing | 坚果 Jianguo | Die chinesischen Ladies sind heute etwas bewegungseingeschränkt. Wahrscheinlich war der Konsum letzte Nacht doch etwas zu heftig. Gut, dass Pinki´s Mutter fit ist und ein Frühstück zaubert. Wir verabschieden schweren Herzens May, Pinki und deren Mom und setzen uns in den Zug nach Chongqing. 20 Stunden später checken wir im Hotel ein und es sind nur zwei Minuten Fußweg zum Club. Da wir den ganzen Tag Zeit haben, besuchen wir den nahegelegenen "revolutionären Knastberg" und lassen uns von rot-chinesischer Propaganda über die heldenhaften Kämpfe der Kommunisten über die Kuomintang-Schergen berieseln. Nach Besuch eines (von mehreren) ehemaligen Internierungslagers sind wir abgefüllt und entscheiden uns für den Besuch der historischen Altstadt. Mit dabei jetzt Nevin von FANZUI XIANGFA - direkt eingeflogen aus Peking. Er wird die nächsten zwei Tage mit uns verbringen. Die Altstadt ist total überlaufen, aber trotzdem ganz schnuckelig. Die Temperatur geht nahe 20 Grad und es macht Laune, im Sonnenschein diverse lokale Leckereien auszuprobieren. Auch Rohnny wird zur Touristenattraktion und lässt für 20 chinesische Taler seine Dreadlocks anfassen. Im Club Soundcheck und das Haus beginnt sich schnell zu füllen. Am Ende sind es über 250 Leute, davon 70% Girls, eine wild tanzende Meute vor der Bühne und viel Schweiß. Jede Menge Deutsch-Studenten sind am Start und wollen Aftershow ihre "german skills" schärfen. Wir sind geduldig und erklären auch gern mehrmals hintereinander, dass uns Deutschland am Arsch vorbeigeht. Nachts Snacken wir nochmal vorm Hotel, bis der Bauch zu platzen droht.

 


 

2011/11/12 | Chengdu | 小酒馆 Little Bar | Früh merkt Rico beim Packen, dass die Fußmaschine nicht im Instrumenten-Koffer ist. Nevin, der Gute, erklärt sich bereit, uns später nach Chengdu zu folgen, um die Location nochmal abzusuchen. In Chengdu werden wir von Ruby erwartet, Anitas bester Freundin. Ein Teil der Band kennt sie auch, der Rest hat Erinnerungslücken aufgrund von zuviel Freigetränken letztes Jahr im D22. Sie bringt uns ins Hotel und in den Club 'Little Bar'. Grosses 'Hallo', als der Barmann und Rico realisieren, dass sie sich kennen. Gemeinsame Erinnerungen an eine lange Nacht mit viel Bier nach der The 4 SIVITS - Show vor 4 Jahren werden wach.
Nach dem Soundcheck führt uns Ruby in ein Hotpot-Restaurant. Hier stößt Nevin wieder zu uns. Die 1 Liter-Flasche Chilli, die in den Topf gekippt wird, treibt uns den Angstschweiß auf die Stirn. Die ersten Bissen betäuben Zunge und Lippen und nur langsam gewöhnt sich der Körper an die Schärfe. Aber wir bleiben tapfer und putzen die Teller leer.
Heute spielen wir mit einer Band im Emo/Screamo-Style der 90er. Der Sänger hat sein eigenes Podest mitgebracht. Gutes Set! Das Haus ist inzwischen ordentlich gefüllt und auch hier und heute Trubel vor der Bühne bei unserem Auftritt. Rohnny erschrickt die restlichen noch brav sitzenden Pärchen an den Tischen und Rubys Freund bekommt beim Pogo ne blutige Nase. Maik hat mit dem Verstärker zu kämpfen, der einfach seine Verzerrer-Tätigkeit eingestellt hat. Im Anschluss an die Show wird viel angestoßen und auch der Weg zurück zum Hotel führt die Hälfte der Reisegruppe noch mal bis zum hell werden in eine lokale Bierstube ...



 

2011/‎11/13Off-Day | Heute ist Sonntag: wir haben einen Off-Day in Chengdu. Das Konzert in Mianyang fällt aus, da der Club seine Bleibe verloren hat. Also heißt der Tagesbefehl von Madelaine: 'Pandas gucken'. Draußen vor der Stadt gibt es ein riesiges Areal zur Pandazucht, -pflege und zur 'Zu-Schau-Stellung'. Am Eingang realisieren Maik und Rico, dass sie schon mal hier waren.
Wir lernen, dass Pandas nur fressen und schlafen. Ziemlich skurril, dass die Chinesen sich so einen Faulpelz als nationales Aushängeschild wählen. Zurück in der Stadt kochen Ruby und Anita für uns ein Festmahl.
Während die Ladies in der Küche zaubern, erzählt uns Rubys Freund Wen Qiang, dass er Profi-BMX'er ist und für Nike fährt. Er sollte wohl für Nike auch zu einem Asia-Contest, aber das wollte der chinesische Staat nur im China-Trikot zulassen. Darauf hatte Wen Qiang aber keinen Bock. Wir lernen ihm noch auf seinen Wunsch hin 'Du bist wunderschön', aber seine Freundin Ruby antwortet leider nur mit 'Du Schwein'. Wirkung klassisch verfehlt. Wir empfehlen ihm dann doch eher die Kommunikation auf Chinesisch...

 


 

2011/11/15Xi`an | 光圈 Guangquan | Der Zug von Chengdu erreicht Xi'an gegen 6 Uhr morgens. Der Bahnhofsvorplatz ist überfüllt von Wartenden, Ankommenden, Stadtplanverkäuferinnen und Tuk-Tuk's. Wir sehen die Stadtmauer und wissen jetzt, dass wir in der alten Hauptstadt von 13 Dynastien sind. Anitas Hometown. Ihr Daddy hat einen Bus organisiert, der uns den ganzen Tag zur Verfügung steht. Wir besuchen die Terracotta-Armee sowie den ältesten Tempel und kämpfen uns in der 
muslimisch geprägten Altstadt an gefühlten 1000 Souvenirständen und noch mal so vielen Leckerei-Küchen und -Bäckern vorbei. 
Das Hotel befindet sich eine Minute Fußweg vom Club entfernt, sehr gut! Heute macht Rockie die Show - ein alter Hase im Geschäft. Im Vorprogramm Sucker, Kids, die den Sound von Killswitch Engage mögen. Das Haus ist für einen Dienstag nicht schlecht gefüllt und wir begrüßen Gäste aus der Heimatstadt von Chemieverseucht. Die Mädels und Jungs vor der Bühne geben alles und wir natürlich auch.

Am nächsten Tag großes Gelage mit Anitas Eltern. Sie präsentieren uns die ganze Bandbreite der lokalen Küche. Ca. 20 Spezialitäten kommen nach und nach auf den Tisch. Schon nach der Hälfte sehen wir kein Land mehr und müssen die Hosenknöpfe öffnen. Am Nachmittag besteigen wir abgefüllt den Zug nach Wuhan. Die Chinesen zeigen uns mal wieder, dass die Position in der Warteschlange nicht gleichbedeutend mit der Reihenfolge beim Zugeinsteigen ist. Als die Lichter im Schlafwagen ausgehen und Rohnnys 'Hans'-Bier-Reserven aufgebraucht sind, kämpfen sich Rohnny, Anita und Rico in die Mitropa. Es scheint, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Die Kristall-Lampenschirme hängen auf halb acht, sehen eher aus wie alubeschichtet und werden als Aschenbecher missbraucht. Gut, dass wir hier nur die letzten drei 'Papst Blues Ribbon'-Dosen trinken und nicht speisen ;-)


 

2011/‎11/17 | Wuhan | Folks Hand | In Wuhan angekommen und sofort den Bus 903 geentert, der uns Richtung Wane's Apartment schüttelt. Großes Desaster bei der Ankunft. Aufgrund des überfüllten Busses geht ein Beutel verloren mit Geschenken von May für Wane und Rico, just in dem Moment, als uns Wane von der Bushaltestelle aus zuwinkt. Dann noch die Nachricht, dass Ricos Bus zu Hause 'nen Crash hatte. Kein schöner Tag, für Alle. Wir machen trotzdem das Beste draus, denn die Sonne lacht mit 20 Grad vom Himmel. Madelaine lassen wir im Bett, da ihr Magen gegen chinesische Essengerüche streikt. Der Rest lernt ein bisschen was von Wuhan kennen. Abends dann die Show im 'Folks Hand'. Wir begrüßen unseren Kumpel Wu Wei, den Sänger von SMZB, der uns neue Shirts und Tour-CD's übergibt. Er macht auch den Sound und ist verzweifelt, dass er die Stimme von Rohnny nicht laut genug bekommt. Komischerweise ist es während der Show dann kein Problem mehr. Ein gut gefülltes Haus mit vielen anwesenden Freunden. Das 'Folks Hand' ist vielleicht die Bar auf unserer diesjährigen Tour, die am meisten an eine Punk-Location in unserer Ecke erinnert. Wu Wei macht uns noch eine kurzfristige Show für Freitag in einer Metal-Bar klar. Wir freuen uns, denn der Club gehört dem Sänger von Hellfire, der Metal-Band, die letztes Jahr mit uns in Wuhan spielte und die wir gut abfeierten.

 


 

2011/‎11/18Wuhan | Hellfire-Club | Heute schlafen wir aus und relaxen ein bisschen. Alle sind unterwegs, um ein paar Kleinigkeiten für die Lieben zu Hause zu ergattern. Am späten Nachmittag begeben wir uns in den Hellfire-Club. Am Ende sind über 20 Leute da, für nicht mal 24 Stunden Werbung ganz dufte, zumal der Club 
nur für Shows geöffnet ist und in einer "französischen" Einkaufsmeile liegt. HELLFIRE eröffnen geschminkt und mit viel Metal und Leder am Körper. Dann wir, ohrenbetäubend laut, aber guter Sound. Die Mähnen werden geschüttelt und fast ununterbrochen wird die Pommes-Gabel gezeigt ...

 


 

2011/11/19Zhengzhou | 7 Live | Heute nix mit ausschlafen. Ziemlich gerädert begeben wir uns zum Bahnhof, überladen mit Instrumenten, Shirts, CD's, Mitbringseln und ein paar persönlichen Habseligkeiten. In Zhengzhou nimmt uns Sha in Empfang. Sie hatte schon letztes Jahr die Tagesgestaltung übernommen. Der Club hat seine Adresse geändert und teilt sich die Räumlichkeiten mit einem Buchladen. Eine großartige Idee. Der Buchladen war sehr gut sortiert und enthielt sogar eine kleine Punk-Ecke. Wir konnten u.a. "Please kill me" und Henry Rollins' "Get in the van" in chinesischer Sprache entdecken. Anita meinte auch, dass es viel kritische chinesische Literatur gab. Bis zum Soundcheck ist noch Zeit und wir essen bei Rohnnys neuer Freundin zu Abend. "... und soooo 'ne schöne Frau" lag Rohnny am Abend noch oft auf den Lippen. Leider heute wieder keine lokale Band und wir müssen alleine alles geben. Es gelingt uns ganz gut und danach ist mal wieder exzessive Foto-Session und Autogrammstunde angesagt.
Nach der Show gammeln wir noch im Club rum, da unser Zug erst gegen 1:20 fährt. Wir überwinden störrische Schaffner an der Zugtür und suchen unsere Betten. Empört stellen wir fest, dass es sich ein paar freche Chinesen in den selbigen bequem gemacht haben. Wir machen Krawall, aber ohne Erfolg, denn unser Zugticket war für den Abend vorher. Da hatte der Zugticket-Käufer wahrscheinlich einen über den Durst getrunken. Dank Anitas beharrlicher Diskussion mit der Zug-Oberschaffnerin ergattern wir wenigstens noch einen Hartsitz und müssen den Zug nicht verlassen. Auf unseren Vorschlag, dass wir im Restaurant Platz nehmen, will sich die Obertante nicht einlassen. Offensichtlich hatte sie Angst um ihre Biervorräte. Rohnny führt unter erschwerten Bedingungen und ohne Dolmetscher Verkaufsgespräche mit unbekanntem Erfolg. Vielleicht hat er aber auch nur von der schönen Frau in der Nudelbude geredet ...

 


 

2011/11/20Beijing | MAO Livehouse | 6:30 Uhr Ankunft in Peking, wahrscheinlich die am meisten herbeigesehnte der ganzen Tour. Zwei Taxis bringen uns in den Norden der Stadt zu David, einem auch international recht erfolgreichen Architekten mit exzellentem Musikgeschmack und ausreichend Schlafplätzen über 3 Etagen. Wir empfinden das nach 5 Stunden Holzbank als Paradies. David's Freundin Vanessa kocht für uns ein super Lunch und gestärkt fahren wir ins MAO, unserer letzten Station. Im Anschluss an den Soundcheck haut ein Teil der Band noch die letzten Chinesen-Taler auf den Kopf. Der Rest nimmt die zahlreich eintreffenden Freunde in Empfang und wertet schon mal die Tour aus. Die letzte Show ist ein guter Abschluss, auch weil es ein guter Mix der heute spielenden Bands ist. Begonnen haben UNGENERATED BLOOD, schnörkelloser Beijing-HC. Im Anschluss RWK, Social Distortion-mäßiger Punk mit dem Drummer von JOYSIDE und einem der ersten Punks in China überhaupt am Gesang. Wir machen den Abschluss. Eine runde Sache, auch wenn die Ansagen nicht mehr so fluffig sind. Aber nach über drei Wochen Tour ist eben auch die englische Wortschatz-Batterie runter. Irgendwann nach Mitternacht geht´s zu unserem wohl letzten Nachtmahl für lange Zeit und das in großer Runde. Wir nehmen fast alle Tische des Hauses in Beschlag und dinieren bis der Gürtel spannt. Während die Mehrheit der Band sofort die Betten belegt, einigen sich Maik und Rohnny darauf, das Angebot des Gastgebers wahrzunehmen und den Getränkekühlschrank leer zu trinken. Gegen acht läuten sie dann mit Bierflaschen die Rückreise ein. Das war's ... wir fliegen zurück...
Danke für die vielen helfenden Hände in China, zuhause und und und, die einen fast reibungslosen Tourverlauf und Informationsfluss möglich gemacht haben. Es macht jetzt keinen Sinn, alle Namen zu nennen, aber stellvertretend für alle einen dicken Knutscher an Anita, unseren 'Tour-Boss', Seb in Dresden, Hannes in Leipzig, Wane und Mai Dian in Wuhan, Qin in UK sowie Nevin und Ren in Peking.

 

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